Tag: Leben


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Als Kinder haben wir uns Ferngläser aus Klopapierrollen gebaut und die Welt um uns herum erkundet. Dann wurde irgendwann das Fernsehen interessanter, bald kamen die VHS-Kassetten, die von DVDs abgelöst um schließlich von den Streaming-Diensten ersetzt zu werden. Ich gucke seit einigen Jahren fast nur noch YouTube, doch das wird mehr und mehr durch ein Fernglas ersetzt. Dieses mal ist es ein richtiges – denn in der Welt gibt es immer noch mehr zu erkunden, als man in einem Leben sehen kann.

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Die Fernsehhelden meiner Kindheit hießen Lassie, Robbi und natürlich Pippi. Sicher trägt der Löwe Clarence Schuld daran, dass ich heute in Katzen vernarrt bin und Schielen wundervoll finde. Ich guckte gerne Sielmann, Cousteau und Konsorten und bin seit den 70ern der Meinung, dass ich einmal leben möchte, wie James Grizzly Adams aka. „Der Mann in den Bergen“.
Irgendwann Anfang der 80er habe ich dann jedoch meinen ersten Computer bekommen und einen auf Capitan Future gemacht. Die Liebe zu Gestrüpp, Getier und Gefieder verschwand zwar nie, doch so richtig nahe komme ich den ganzen Themen erst seit jüngerer Zeit. Der Wunsch mein Leben dereinst irgendwo im Nirgendwo, umgeben von haarigen und flatternden Gesellen zu verbringen ist allerdings immer noch da. Wird also Zeit, dass ich den Peter Lustig mache. Die Latzhose habe ich bereits, aber auf den Bauwagen muss ich noch sparen. Ich denke, bis zur Rente gelingt mir das.

Kanadagans
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Wenn ich solche Szenarien erblicke, bilde ich mir ein, dass sich das Leben von Familie Kanadagans kaum von dem Unsrigen unterscheidet.

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Wer mich kennt, weiß das ich nix gegen Spinnen in der Wohnung habe – ja sogar darauf achte, dass ich sie nicht einsauge und die Netze erst entferne, wenn sie eindeutig verwaist sind. Ameisen mag ich auch – aber die habe ich in freilaufender Form ungern in der Wohnung. Dort, wo die Ameisen immer in meine Wohnung kommen stehen traditionell ein paar Sachen auf dem Boden, wo die Spinnen wunderbar ihre Netze spinnen können. Und sie haben sich, wie zum Dank, darauf spezialisiert Ameisen zu fangen und so einen reich gedeckten Tisch. Klingt nach einer perfekten win:win Situation – wären da nicht Robbie und Elfriede, die wiederum die Spinnen ab und an zum Fressen gern haben und so deren Population nicht ausufern lassen. That’s life. Und ich liebe es, wenn sich solche Dinge einfach von selbst regeln, wenn man der Natur nur eine Chance lässt.