Kategorie: Gedanken


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Denglisch wird in unseren Breitengraden ja oft und gerne kritisiert. Ich selbst mag es meist auch nur, wenn es wirklich lustig ist …

Der Amerikaner scheint jedoch mit den immer zahlreicher vorkommenden deutschen Lehnwörtern keinen Stress zu haben: Das er von Kindergarten, Wanderslust, Zeitgeist oder einem Doppelgänger spricht – daran hat man sich ja schon lange gewöhnt. Das er jedoch auch gerne schwitzt oder platzt, etwas kaputt geht oder er jemanden als Mensch bezeichnet und er Kitsch kauft, lässt mich immer noch aufhorchen … die Muttersprachler scheint es jedoch irgendwie nicht zu kratzen.

Eigentlich ist diese gegenseitige Entlehnung von Wörtern ja irgendwie hochspannend und vor allem auch sympathisch.

Symbol-Robbie
Licht an!
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Ich habe mehrfach in den letzten zwei Jahrzehnten angefangen, so etwas wie einen Blog zu führen – aber am Ende haben dann doch immer wieder die „Sozialen Medien“ über dieses Vorhaben gesiegt und die Website verstaubten in den Tiefen des World Wilde Wahnsinns. Den Titel und ein paar Ideen zu dieser Seite trage ich schon sehr lange mit mir rum – aber die Zeit schien nie reif dafür zu sein.

Ich werde hier zunächst das ein oder andere von den Stellen im Netz und meiner Festplatte konsolidieren, bevor es an neue Dinge geht … das wird auch sicher noch einiges an Zeit in Anspruch nehmen. Und ich werde noch sehr lange mit mir debattieren müssen, ob ich hier eine Kommentarfunktion integriere.

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Ich wollte gerade so etwas schreiben wie: Wir müssen uns wohl in Zukunft daran gewöhnen, das allenfalls noch „Wir müssen alle essen und kacken!“ als „Common Sense“ durchgeht. Doch dann fiel mir ein, dass selbst das angezweifelt wird. Was dereinst als Zeit der Aufklärung und freien Rede begann, karikiert sich in der Gegenwart nun selbst als Epoche der großen Verwirrung.

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Erinnert Ihr Euch noch an dieses Paralleluniversum in dem Wir aufwuchsen, wo man sich einfach freute, wenn man einen Tag frei geschenkt bekommen würde? Doch heute, wo wir diese geschenkte Zeit mal nicht mit gekauftem Spaß, endlosem Konsum, Entertainment und scheinbarem Abenteuer füllen können, klinkt eine kollektive Sicherung raus …

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Wenn man auch im schönen Ostwestfalen innerhalb weniger Tage erst gegen einen Blizzard ankämpfen darf und dann die Sonnenliege auf dem Balkon aufbauen muss!?

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Ich frage mich, ob sich der weitverbreitete Quarantäne-Chic auch in Post-Pandemie-Zeiten halten wird? Also ich fühle mich mit Klobürsten-Frisur, Schiffsbrüchigen-Gesichtsbehaarung und zerfledderter Jogginghose ja pudelwohl … die Fingernägel mussten jetzt aber mal ab!

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Du weißt, Dein kulturelles Erbe ist im Arsch, wenn ein Stöpsel im Vorschulalter mit dem Schlitten vor Deiner Haustür vorbeizieht und laut „Old Mc Donalds had a farm“ schmettert. Da er jedoch jeden Ton getroffen hat, glaube ich trotzdem an unsere Zukunft!

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Nur die Kirchenglocken durchbrechen die wohltuende Stille die von draußen hineinkriecht. Sie werden nur durch das Liedgut des irischen Antihelden, was hier leise aus dem Küchenradio plärrt übertönt. Der Kater lässt seine Blicke aus dem Fenster in die Ferne schweifen und die Katze schnurrt mir um die Beine. Das Postfach bleibt leer, das Telefon stumm und der einzige Punkt auf der Agenda ist ein Abendessen im kleinen Kreis. Solche Tage sind wahrhaft schön – und in diesem Sinne wünsche ich Euch allen den Frieden der Weihnacht.

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Leere Städte ohne tosende Massen vor Konsumtempeln und Glühweinschänken – und Vogelgezwitscher statt Schützengrabenathmosphäre zum Jahreswechsel: Für die einen die Apokalypse – für mich der Himmel auf Erden.

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So lange Schreiberlinge über Menschen notieren, geht es doch vor Allem um Dinge wie: Christ/Ketzer, Apple/PC, Canon/Nikon, Corona/oder nicht, Impfen: ja/nein/vielleicht … diese Liste lässt sich endlos erweitern. Obwohl ich selbst bei all diesen Fragen vorrangig eine glasklare Meinung habe, wünsch ich mir doch nichts sehnlicher als ein Welt in der Christen, Ketzer und all die anderen bunten Gläubigen; Äpfel und Birnen; Canonen, Nikonianer und der Rest der Tech-Jünger; ja sogar Menschen die Corona nicht oder doch leugnen und vor allem Typen, die für oder gegen das Impfen sind – endlich mal friedlich miteinander coexistieren und nicht ständig ihre Mission auf der Zunge und den Fingerspitzen tragen. Ich mag eine bunte Welt voll Andersartigkeit – inklusive der dazugehörigen Vollpfosten. Und ich bin all des Streitens um die Meinungshoheit schon lange sowas von müde …