Rauchentwöhnung
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Dann kann ich mich immer noch auf das heutige Datum berufen!

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Ich wollte gerade so etwas schreiben wie: Wir müssen uns wohl in Zukunft daran gewöhnen, das allenfalls noch „Wir müssen alle essen und kacken!“ als „Common Sense“ durchgeht. Doch dann fiel mir ein, dass selbst das angezweifelt wird. Was dereinst als Zeit der Aufklärung und freien Rede begann, karikiert sich in der Gegenwart nun selbst als Epoche der großen Verwirrung.

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Jedes mal, wenn ich eine Fliege, die mal wieder seit Stunden vor dem Fenster rumbrummt, fange und durch ebendies in die Freiheit entlasse, meine ich zu hören, wie sie fröhlich ruft: „YAY! Endlich habe ich den Ausgang gefunden …“.

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Erinnert Ihr Euch noch an dieses Paralleluniversum in dem Wir aufwuchsen, wo man sich einfach freute, wenn man einen Tag frei geschenkt bekommen würde? Doch heute, wo wir diese geschenkte Zeit mal nicht mit gekauftem Spaß, endlosem Konsum, Entertainment und scheinbarem Abenteuer füllen können, klinkt eine kollektive Sicherung raus …

Robbie und Elfriede
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Hat er was von Mittachessen gesagt? Er hat Mittachessen gesagt!

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Wenn man auch im schönen Ostwestfalen innerhalb weniger Tage erst gegen einen Blizzard ankämpfen darf und dann die Sonnenliege auf dem Balkon aufbauen muss!?

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Wer mich kennt, weiß das ich nix gegen Spinnen in der Wohnung habe – ja sogar darauf achte, dass ich sie nicht einsauge und die Netze erst entferne, wenn sie eindeutig verwaist sind. Ameisen mag ich auch – aber die habe ich in freilaufender Form ungern in der Wohnung. Dort, wo die Ameisen immer in meine Wohnung kommen stehen traditionell ein paar Sachen auf dem Boden, wo die Spinnen wunderbar ihre Netze spinnen können. Und sie haben sich, wie zum Dank, darauf spezialisiert Ameisen zu fangen und so einen reich gedeckten Tisch. Klingt nach einer perfekten win:win Situation – wären da nicht Robbie und Elfriede, die wiederum die Spinnen ab und an zum Fressen gern haben und so deren Population nicht ausufern lassen. That’s life. Und ich liebe es, wenn sich solche Dinge einfach von selbst regeln, wenn man der Natur nur eine Chance lässt.

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Menschen, die mit Hunden zusammen leben, kennen das: Irgendwann nach dem Abendbrot wird Wauzi unruhig, und man muss sich Regenjacke und Gummistiefel anpellen, um mit dem Kollegen noch mal ’ne Runde um den Pudding zu schlüren. Da lob ich mir doch meine schnurrenden Mitbewohner: Irgendwann nach dem Abendessen werden die Purzels unruhig, und ich muss mich im Pölter auf das Sofa verkrümeln, damit wir gemeinsam in exzessive Tiefenentspannung verfallen können.

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Ich frage mich, ob sich der weitverbreitete Quarantäne-Chic auch in Post-Pandemie-Zeiten halten wird? Also ich fühle mich mit Klobürsten-Frisur, Schiffsbrüchigen-Gesichtsbehaarung und zerfledderter Jogginghose ja pudelwohl … die Fingernägel mussten jetzt aber mal ab!

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Du weißt, Dein kulturelles Erbe ist im Arsch, wenn ein Stöpsel im Vorschulalter mit dem Schlitten vor Deiner Haustür vorbeizieht und laut „Old Mc Donalds had a farm“ schmettert. Da er jedoch jeden Ton getroffen hat, glaube ich trotzdem an unsere Zukunft!